Weinbau

Die Herstellung von Wein ist ein Prozess, der mit dem Weinbau im Weinberg beginnt. Die Winzer ernten die reifen Trauben zwischen Ende August und Mitte Oktober. Die Trauben werden dann gekeltert, das heißt gepresst oder zerkleinert, um den Saft zu gewinnen. Der Saft wird anschließend vergoren, das heißt mit Hefe versetzt, um Alkohol zu bilden. Der Jungwein wird dann geschönt, das heißt von Trübstoffen befreit, und gereift, das heißt zum Ruhen gelassen. Zum Schluss wird der Wein in Flaschen abgefüllt.

Weißwein wird aus hellen Trauben in einer Saftgärung hergestellt. Der Traubensaft (Most) wird pur, ohne Wasserzugabe, vergoren. Je nach Traubensorte und Auspressmethode erhält man aus den Trauben grob geschätzt 60% Saft und 40% Rest (Bodensatz bei der Entschleimung und festem Rückstand beim  Auspressen, so genannter Trester). Säurefällungen können vor der Gärung oder nach der Gärung durchgeführt werden. Da der biologische Säureabbau durch Milchsäurebakterien (BSA) die sortentypischen Fruchtaromen im Weißwein negativ beeinflussen kann ist ein BSA bei Weißweinen unüblich. Weißwein enthält nur sehr wenig Gerbstoffe, die vor Oxidation schützen. Die feinen Fruchtaromen im Weißwein sind deshalb besonders vergänglich. Bei der Herstellung von Weißwein muss besonders sorgsam gearbeitet werden damit möglichst viel von dem empfindlichen Aroma in die Flasche gelangt.

Rotwein entsteht durch eine zwei- bis 30-tägige Maischegärung, bei der Farbstoffe aus den Schalen gelöst werden. Einige Rebsorten, wie Dornfelder oder Dunkelfelder, haben von Natur aus ausreichend Farbstoffe im Saft und werden oft für eine tiefere Rotfärbung anderer Sorten in Cuvées verwendet. Die Produktion umfasst Entrappen, Maischen, Keltern, Gärung und mögliche Schönung, wobei im Gegensatz zur Weißweinherstellung die Schalen nicht getrennt werden. Vinifikationsverfahren wie Untertauchen des Tresterkuchens und Kohlensäuremaischung werden angewendet. Rotweine enthalten neben Farbstoffen auch Tannine und Aromastoffe aus Beerenschalen, was zu einem höheren Inhaltsstoffgehalt im Vergleich zu Weißweinen führt. Tannine können Bitterkeit verursachen und konservierend wirken. Die Extraktion aus den Schalen erfolgt, um kräftig gefärbte Weine zu erhalten. Nach der Gärung wird der Rotwein je nach Sorte und Qualität in Fässern oder Tanks ausgebaut. Barriques aus Eichenfässern ermöglichen eine lang anhaltende Extraktion von Holzaromen. Die Qualität hängt von Rebsorte, Jahrgang und Winzerpraktiken ab.

Die Herstellung von Roséwein beginnt mit roten Trauben, bei denen die Schalen für eine begrenzte Zeit (wenige Stunden bis zwei Tage) mit dem Saft in Kontakt bleiben. Dieser Prozess nennt sich Mazeration. Während dieser Zeit lösen sich Farbstoffe und Aromen aus den Schalen und verleihen dem Wein seine charakteristische Roséfarbe. Nach der Mazeration wird der Most von den Schalen getrennt, und die Gärung setzt ein. Diese kann in Edelstahltanks oder anderen Behältern erfolgen. Der Ausbau und die Reifung von Roséwein sind im Allgemeinen kürzer als bei Rotwein. Nach der Gärung wird der Wein gefiltert, geklärt und abgefüllt. Der Geschmack von Rosé hängt von der Traubensorte, dem Anbaugebiet und den spezifischen Herstellungsentscheidungen ab, was zu einer breiten Palette von Aromen von fruchtig und blumig bis hin zu würzig und trocken führt.